Die Halbzeit meiner zweiten Schwangerschaft ist bereits verstrichen und gleichzeitig bin ich seit ziemlich genau zwei Jahren und zwei Monaten Mama. Bei solch geballter Zahlenenergie muss doch endlich mal wieder ein Blogpost her, dachte ich. Hier schreibe ich heute darüber, wie ich mich nach zwei Jahren und zwei Monaten Mamasein fühle – auch vor dem Hintergrund, jetzt eben wieder schwanger zu sein. Ein Video über die erste Hälfte der zweiten Schwangerschaft habe ich auch für euch aufgenommen. Das könnt ihr bei Youtube sowie bei Instagram anschauen. 

Ich bekomme immer wieder mal Feedback zu meinen Schwangerschafts-, Geburts- und Mutterschaftsartikeln, die ihr in der Schwangerschafts- und Kind-Kategorie hier auf dem Blog findet. Besonders zum Blogpost über 8 Monate Mamasein mit all den Höhen und Tiefen schickt ihr mir regelmäßig eure Gedanken, viele davon zustimmend, weil ihr nach einer ähnlich langen Zeit mit Baby genau wie ich an einem Punkt der Verzweiflung, Müdigkeit und gleichzeitig großen, so verletzlichen Liebe angekommen seid wie ich damals zu dem Zeitpunkt.

Ich hatte viele verzweifelte Momente im ersten Jahr mit Baby. Rückblickend erscheint mir die Zeit mehr schlimm als schön. Dabei schaue ich genauso gerne Fotos von damals an, vermisse mein kleines Baby und kann von Bildern und Videos her meist gar nicht mehr erkennen, was genau so schlimm war damals. Ich glaube, bei uns kam viel zusammen in der Schwangerschaft und im ersten Jahr mit Baby. Jede*r muss erst mal ankommen in seiner / ihrer Rolle als Eltern; für den einen ist es einfacher als für die andere, das eine Baby macht es einem vielleicht einfacher als das nächste. Bei uns kam hinzu, dass mein Freund und ich uns nur wenige Monate kannten, bevor ich schwanger wurde. Wir wohnten nicht zusammen, haben während der Schwangerschaft sowie mit Baby im Gepäck viele Wohnungen angeschaut und letztlich dann einen Umzug gewuppt, als sie schon sechs Monate alt war. Das würde ich so nie wieder machen, zumindest nicht ohne entsprechende Unterstützung. Es war alles sehr, sehr viel, und ich glaube, ich werde auch im hohen Alter noch voller Ehrfurcht an die Zeit denken, in der ich nachts ein weinendes, nicht schlafendes Baby durch das Wohnzimmer getragen habe und tagsüber Kisten, Möbel und Klamotten von einer Wohnung in die andere. Es war die Hölle. 

Seitdem ist gefühlt eine Ewigkeit verstrichen oder sagen wir zumindest eine ganze Weile. Damals konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, ein zweites Mal schwanger zu werden, nochmal eine Geburt zu erleben, nochmal den Schlafentzug aushalten, die Zweifel am Anfang des Mutterdaseins, die Überforderung.

Anscheinend wächst man jedoch an seinen Herausforderungen. Irgendwie sind wir mittlerweile ein super eingespieltes Team. Die Elternzeit, zwei Monate „Urlaub“ für uns zu dritt, haben bei uns so einiges bewirkt. Mein Kind und ich sind ein tolles Team ebenso wie mein Freund und ich. Und wir zu dritt ein starkes Gespann, denke ich immer wieder. Ich glaube, ich bin angekommen im Mamasein, irgendwann im letzten Jahr, vielleicht so um den anderthalben Geburtstag von Toni herum. Damals wurde es durch die KiTa und einen festen Rhythmus alles einfacher, und hinzu kommt das Sprechen der Kinder, durch das so einige Fragen geklärt werden können. 

Ich frage mich oft, wann für mich der schönste Zeitpunkt bisher war mit meinem Kind und immer ist die Antwort „irgendwie jetzt so“. Die Liebe wächst weiter Tag für Tag, ich kann mir mittlerweile ein Leben ohne Toni schlichtweg nicht mehr vorstellen. Manchmal driften die Gedanken ab, wenn ich Wäsche aufhänge, zum Beispiel, und mich die Gedanken hinführen zu: Sie fällt vom Balkon, sechs Stockwerke tief, und dann…… Mich schüttelt es dann immer wie wild und ich höre schnell auf, weiter herumzuspinnen. Fokussiere mich auf die tausenden Momente am Tag, an denen ich mit ihr lache, mit ihr kuschele, mit ihr spiele, rede, tanze. Sie ist so eine wahnsinnige Bereicherung für unser Leben, gleichzeitig coole Socke und Kuschelbärin, wilde Entdeckerin und sensibles Kleinkind.

Jeden Morgen neben ihr aufwachen zu dürfen, danach noch mindestens 30 Minuten mit ihr im Arm zu kuscheln und darüber zu reden, wie sie geschlafen hat und worauf sie sich freut am Tag, ist der beste Weg, um in den Tag starten zu können, denke ich immer wieder, freue mich schon am Abend zuvor darauf (auch wenn ich hoffe, dass es bitte nach 6 Uhr sein wird). 

Die „terrible-two“-Phase, die Wutausbrüche eines Kleinkindes, die unzähligen Diskussionen jeden Tag schlauchen, keine Frage. Aber irgendwie ist das alles so viel aushaltbarer als es die anfängliche Überforderung durch ein schreiendes Wesen im Arm war.  

Mein Kind macht mich, uns so, so stolz – so sehr, dass mir irgendwann – doch recht schnell im Nachhinein – klar wurde, dass ich noch eins haben will. Zumal ich selbst zwei Schwestern habe und auch mein Freund zwei Geschwister. Ein Einzelkind zu haben, konnten wir uns kaum vorstellen, für mich überwog auch der Glauben daran, dass es mit zwei Kindern anfänglich sicher schwer (bis hin zu höllenanstrengend) werden wird, die Mühe mit den Jahren jedoch weniger werden wird. Einfach, weil sie dann zu zweit sind und sich gegenseitig haben.

Auch für meinen Freund war klar, dass er ein zweites Kind haben will, jedoch hätten wir noch etwas gewartet, wenn es nach ihm gegangen wäre. Das hingegen fand ich wiederum schwierig – immerhin bin ich diejenige, die schwanger ist, gebären muss, in Mutterschutz geht, den größeren Teil der Care-Arbeit leistet. Jetzt – nach erst kürzlich beendeter Elternzeit, mit einem weiteren kleinen Kind zu Hause – fühlte ich mich sowieso schon eher „raus“ aus allem als ich es in zwei Jahren vielleicht tun werde. Und daher habe ich mich dann doch sehr eingesetzt für ein zweites Kind jetzt sofort, idealerweise ein Sommerbaby, so mein Wunsch, und so haben wir im Dezember einfach mal versucht, schwanger zu werden. 

Und es hat direkt geklappt. Am 31.12.2020 erfuhr ich (durch eine sehr, sehr blasse Linie auf dem Frühtest), dass mein Wunsch in Erfüllung ging und wir im September ein Baby bekommen würden. 

Die Euphorie darüber blieb irgendwie aus; die Freude kam erst in den nächsten Monaten, als es alles realer wurde, man die Babybewegungen per Ultraschall sehen konnte, wir das Geschlecht erfuhren. 

Ich habe heute ein Video über die erste Hälfte der Schwangerschaft gedreht, in dem ich ein wenig über den bisherigen Verlauf der Schwangerschaft spreche; wie es mir ging im ersten Trimester und wie es mir jetzt geht; wie sich schwanger sein im Lockdown anfühlt und mit einem kleinen Kind zu Hause, das täglich viel, viel Energie einfordert. Ich spreche auch darüber, warum ich mir für die zweite Geburt eine Doula gesucht habe und welche Rolle Kartoffeln in der Schwangerschaft spielen (haha – kleiner Scherz. Aber Wahnsinn irgendwie, dieses häufige Verlangen nach Kartoffeln zu jeder Tageszeit!). 

Ich wünsche euch viel Spaß beim Anschauen!

Liebst,
Lea Lou

Fotos: Josie Farquharson

Autor

Hey, ich bin Lea Lou, Food-Fotografin, Content-Kreateurin, Mama und Yoga-Lehrerin.

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