Seit knapp zwei Wochen sind wir in Südafrika, bei Instagram habe ich euch bereits jede Menge in den Stories und im Feed gezeigt. Ich liebe es, dass ich dort Eindrücke unserer Reise teilen kann, aber oft würde ich gerne mehr ins Detail gehen, von der Route berichten, zum Thema Reisen mit Baby, Tipps zusammenfassen – das mache ich also in verschiedenen Blogposts im Laufe der nächsten Wochen. 

Was ich geplant habe, sind Beiträge mit den Titeln „Frühstücken in Kapstadt – meine Top 9 Cafés“, „Specialty Coffee in Kapstadt – meine Favoriten“, Foodmärkte in und um Kapstadt“, „Weingüter abseits der Garden Route“ und vielleicht ein, zwei Beiträge zum Thema „Reisen mit Baby – meine Tipps“.

Mit letzterem geht es direkt mal los, da ich bei Instagram die eine oder andere Nachricht von Follower(innen) bekommen habe, mit der Frage, wie das denn hier ist mit Baby in Kapstadt, wie der Flug war, usw. 

Reisen mit Baby: Elternzeit-Update – Hallo aus Kapstadt!

Wir sind über Nacht geflogen, um 22 Uhr ging es los, um 11 Uhr am nächsten Morgen waren wir da; 12 Stunden Flug mit einer Stunde Zeitverschiebung (Sommerzeit in Südafrika). Wir sind mit Condor geflogen, was ich für zwei große Menschen wie meinen Freund und mich nicht empfehlen kann, die Beinfreiheit ist gleich null. Das Essen und alle Getränke außer stilles Wasser muss man extra zahlen, also kamen wir mit riesiger Provianttasche ins Flugzeug rein – würde man sich auch gerne sparen, angesichts des eh schon immensen Gepäcks mit Baby.

Reisen mit Baby: Elternzeit-Update – Hallo aus Kapstadt!

Antonia, mittlerweile 11 Monate alt, konnte in der Trage und auf unserem Schoß immer wieder mal anderthalb bis zwei Stunden schlafen, war am nächsten Tag allerdings genauso gerädert wie wir (ich habe es auf 45 Minuten Schlaf gebracht). So ein Flug schlaucht, und er hat bei mir dazu geführt, die gesamte Reise in Frage zu stellen und Heimweh zu haben.

Allerdings: Schon nach einer Nacht im gemütlichen Airbnb sah die Welt ganz anders aus; man kann gar nicht anders als Kapstadt zu lieben! Im Januar sind es hier zwischen 25 und 30 Grad tagsüber, die Sonne scheint, man sieht das Meer auf der einen und die Berge auf der anderen Seite, und es gibt so, so, so gutes Essen und tollen Kaffee! Kapstadt weiß einfach, wie man schöne Orte kreiert, jedes Café, jedes Restaurant und die Läden haben uns absolut begeistert. Mehr zu den einzelnen Cafés und Co. lest ihr dann hier in naher Zukunft!

Reisen mit Baby: Elternzeit-Update – Hallo aus Kapstadt!

In der Stadt wollten wir uns das Autofahren sparen und sind deshalb Uber gefahren. Das ist relativ preisgünstig und sehr bequem! Für Antonia hatten wir den Maxicosi dabei und für unser Kinderwagengestell (wir haben den Bugaboo Fox) die nötigen Adapter, sodass wir Toni zum Beispiel auch schlafend umtransportierten konnten vom Auto auf den Kinderwagen. Das ist super praktisch! 

Reisen mit Baby: Elternzeit-Update – Hallo aus Kapstadt!

Ein bisschen schwierig fand ich die Sonnenprolematik, da der Maxicosi doch sehr „offen“ ist und Tücher als Segel, die wir mit Wäscheklappern befestigt haben, bei Toni nicht sehr beliebt waren. Auch tagsüber tragen geht bei der Sonne vielleicht mit ganz kleinen Babies, die sich ankuscheln und deren Beine und Hände man unter einem Tuch versteckt sind, aber Antonia will gucken, und zwar links und rechts und überall, will greifen, will strampeln. Also: Trage (wir haben übrigens die Ergobaby Omni360) fand ich nicht so einfach, es ist auch einfach unfassbar heiß, wenn man sich so gegenseitig anschwitzt. 

Reisen mit Baby: Elternzeit-Update – Hallo aus Kapstadt!

Ich muss sagen, dass ich generell positiv überrascht bin, darüber, wie einfach das Reisen mit Baby ist. Ich denke, wir haben mit zehn / elf Monaten vielleicht einen Zeitpunkt erwischt, in dem vieles nicht mehr so problematisch ist, zum Beispiel das Schlafen im Wagen. Sie schläft im Maxicosi beim Schieben ein, genauso wie im Auto; beides wäre vor ein paar Monaten undenkbar gewesen. So haben mein Freund und ich immer wieder Zeitfenster, in denen wir „ungestört“ essen und Kaffee trinken können, ins Museum gehen, usw.

Reisen mit Baby: Elternzeit-Update – Hallo aus Kapstadt!

Was ich jedem, der ein Baby mit – nennen wir es – schwierigem Schlaf hat, empfehlen kann, ist, nach Unterkünften mit mehreren Schlafzimmern zu suchen. Für uns hat sich das absolut bewährt: Einer macht die „Nachtschicht“ mit Flasche geben gegen 1 und nochmal gegen 3 Uhr; um 5.30 steht Toni auf, dann gibt die Nachtschicht an die „Tagschicht“ ab und schläft nochmal ein, zwei Stunden. Somit kommen beide Eltern auf genug Schlaf – einer eben bis 5.30 ungestört, der andere in Etappen, aber dann nochmal mit Super-Power-Nap morgens. Wir haben uns jede Nacht abgewechselt mit Tag- und Nachtschicht.
Übrigens: Bisher hatten wir in zwei von drei Unterkünften Babybetten; wenn mal keins verfügbar ist, bauen wir ein Lager auf dem Boden aus Matratzen oder Decken, Kissen usw.

Reisen mit Baby: Elternzeit-Update – Hallo aus Kapstadt!

Paarzeit bleibt, wie ihr erkennen könnt, auf ein Minimum beschränkt, man ist in der Elternzeit eben doch am meisten damit beschäftigt, die Kids zu bespaßen.

Wir haben unterwegs ständig andere Eltern mit Babies und Kindern getroffen, tatsächlich sogar immer wieder dieselben Leute an anderen Orten. Kinder bieten einen tollen Gesprächseröffner, sodass wir schon mit vier Familien gleichzeitig auf der Picknickdecke bei einem Weingut saßen. Dafür liebe ich Kapstadt absolut – die Leute, Einheimische sowieso, aber eben auch Touristen wie wir, sind aufgeschlossen und freundlich. 

Reisen mit Baby: Elternzeit-Update – Hallo aus Kapstadt!

Es gibt Momente, in denen ich überfordert und nachdenklich bin, ob wir Antonia hier zu viel zumuten: Sie ist SO gut drauf, dass sie ständig überdreht und „austickt“, auf eine lustige Art und Weise, aber eben so, dass man danach sehr viel Zeit und Geduld braucht, um sie wieder herunter zu holen (ein Beispiel ist das abendliche ins Bett bringen, das kann dann schon mal eine Stunde dauern). Sie ist absolut angetan von ALLEN Menschen, denen sie hier begegnet, spielt den Schelm im Café, während sie in ihrem Kinderstuhl thront und wie eine Königen winkt, sie lacht lauter als vorher und mehr, von der Sekunde, in der sie aufwacht, lacht, winkt und klatscht sie, bis sie wieder schläft; ich denke also eigentlich, sie freut sich sehr, mit Mama und Papa so viel Zeit zu haben und der Mittelpunkt des Geschehens zu sein. Nichtsdestotrotz gibt es diese Momente, wenn sie im Auto brüllt und brüllt und brüllt, weil sie keine Lust mehr hat oder es nicht in den Schlaf schafft – in denen fällt es mir sehr schwer, nicht die Beherrschung zu verlieren und meinen Freund anzufahren: „Siehst du, es ist hier alles viel zu viel für sie, ich will nach Hause, das war alles keine gute Idee!“

Reisen mit Baby: Elternzeit-Update – Hallo aus Kapstadt!

Diese Momente sind ehrlich gesagt immer schnell vergessen; was ich sagen will, ist, dass ich das Reisen mit Baby auch als stressig empfinde, man ist und bleibt eben der Unterhalter – und wie viel Lust das Baby auf Mitmachen hat (oder nicht), liegt nicht in der eigenen Hand. Wir haben unsere Route von Kapstadt nach Port Elizabeth nicht geplant, buchen Unterkünfte eher nur einen Tag vorher, wollen so spontan wie möglich sein, um uns auf Antonia einstellen zu können. 

Mir persönlich tut die Elternzeit unfassbar gut, ich merke hier, wie ausgebrannt ich war nach zehn Monaten Schlafentzug bei konstanter Babybetreuung UND mit Arbeit. Ich arbeite zwar weiterhin auch hier täglich ein, zwei oder drei Stunden, was leider die Paarzeit noch weiter einschränkt, aber so ist wie es ist; aber ich bin dankbar über die wahnsinnige Erleichterung, die ein zweites Elternteil mit sich bringt. Wir wechseln uns mit allem ab: füttern, wickeln, anziehen, tragen, ins Bett bringen. So hat der eine immer auch mal Zeit für sich – was ich sehr schätze! 

Reisen mit Baby: Elternzeit-Update – Hallo aus Kapstadt!

Zeit zu dritt zu haben ist so, so wichtig; ich merke weiterhin, wie herausfordernd ein Kind für eine Beziehung ist, aber stelle auch fest, wie viel Spaß mein Freund und ich zusammen mit unserer Maus haben, wir lachen so viel gemeinsam und freuen uns über ihre Entwicklungsschritte, teilen das Leid der unruhigen Nächte. Jetzt sitzt mein Freund eben auch mal im selben Boot wie ich und gibt endlich zu, dass es unfassbar anstrengend ist (und oft unfassbar nervt), sich tagein, tagaus (und nachts) um ein Baby zu kümmern.

An dieser Stelle mache ich mal einen Punkt; schreibt mir gerne, wenn ihr Fragen haben zur Reise, zum Fliegen oder zu was auch immer!

Ich freue mich drauf, mich so bald wie möglich an die angekündigten Blogposts zu setzen und hoffe, ihr freut euch ebenso darauf!

Liebst,
Lea Lou

Reisen mit Baby: Elternzeit-Update – Hallo aus Kapstadt!

Dieser Post ist auch verfügbar auf: EN

Autor

Hi, I'm Lea Lou, food photographer, recipe artist, yoga teacher, mum-to-be – and always smiling. Have fun on my blog!

3 Comments

  1. Hallo 🙂 wie schön, von euren Erfahrungen zu lesen.

    Mein Kleiner und Toni haben gewisse Schlafeigenschaften gemeinsam 😀 wenn er im Wagen müde wird, weint er nur noch und meckert. (9Monate)War es bei Toni auch vorerst so? Und dann irgendwann einfach eingeschlafen?

    Habe Bedenken, dass er beim Flug (3.5stunden) vorher, nacher oder während des Fluges keinenruhe für sein Nickerchen in der Trage bekommt. Aber das muss man dann wohl einfach auf sich zukommen lassen….

    Habt ihr euren Buggy/kiwagestell als Handgepäck aufgegeben?

    Viele liebe Grüße und habt noch eine traumhafte Zeit! Mirja

    • Hi Mirja, haha, ja die Babies und ihre Kinderwagen… keine große Liebe! Bei Toni hat es ab 9,5 Monaten auf einmal geklappt; vielleicht lag es auch daran, dass sie (im Winter) so dick eingemummelt war. Hier in Südafrika klappt es aber weiterhin – sie schläft darin plötzlich 1,5 Stunden durch! Und glaub mir – das ging vorher niiie!

      Wir haben den Kinderwagen bis zum Gate mitgenommen, die Flugbegleiter(innen) helfen immer gerne, alles zu verstauen! Vielleicht kauft ihr vorher (z.B. bei Amazon) eine Gepäcktasche für den Kinderwagen, damit die zwei Teile zusammen bleiben und nicht beschädigt werden.

      Ich wünsche euch einen guten Flug! 3,5 Stunden wird der Kleine schon schaffen! Toi toi toi,
      liebe Grüße
      Lea

  2. Ohh, danke für deine schnelle Rückmeldung!

    Verrückt, als hätte es Klick gemacht :))

    Danke für deine Tipps.

    Liebe Grüße,
    Mirja

Schreibe einen Kommentar

Pin It